Gregory Forstner

Frankreich

Gregory Forstners Malerei gehört zu jenen Werken, die „befremdlich“ wirken und Denkanstöße geben. Auch wenn mehrere französische Institutionen (das MAMAC in Nizza 2007, das Grenoble Museum 2009, die Fernet-Branca-Stiftung in Saint-Louis 2019) Einzelausstellungen seiner Werke organisierten, und viele öffentliche und private Sammler seiner Karriere treu folgen, so scheinen seine Bilder, die oft die klassische oder moderne Kunstgeschichte widerspiegeln, eine Lücke zu den formalistischen Ansätzen der französischen und europäischen Kunstszene zu füllen. In Forstners Arbeit, der ursprünglich aus Österreich stammt, besteht oft Bezug zur Bildhaftigkeit des Expressionismus (Otto Dix, Richard Gerstl…).

Für viele gehört er ganz offensichtlich in eine vergangene Kunstära. Nun ist es aber so, dass diese Bildhaftigkeit etwas Befremdliches an sich hat, da sie von der Gesellschaft, in der sie ausgedrückt wurde – und nicht von der Kunst und den ihr eigenen Mitteln – kritisch betrachtet wurde. Der wahre Expressionist (wenn wir Forstner zu dieser „Familie“ zählen) stellt sich selbst und andere durch die eigene Arbeit infrage: seine eigene Art und Weise, die Dinge zu betrachten, konzentriert sich darauf, die Schwachpunkte einer Gesellschaft aufzuzeigen und kollektive Mythen und ihre Auswirkungen auf die Menschen zu beschreiben und nicht darauf, die Nabelschau bzw. Verschlossenheit zu erkunden und zu versuchen, sie mit unterschiedlicher Beharrlichkeit durchzusetzen