Moni K. Huber

Unter der Markise

In ihren Bildern beschäftigt sich Moni K. Huber mit Architektur der Nachkriegsmoderne, die in ihrer Zeit für einen Aufbruch stand, doch heute zur Ruine geworden ist. Die grossformatigen Bilder zeigen Bauten der 1960er- und 1970er- Jahre wie zum Beispiel den Kanzlerbungalow in Bonn oder Hotelanlagen im ehemaligen Jugoslawien. In den Werkgruppen der letzten zehn Jahre geht es um Gebautes in seiner natürlichen Umgebung und das Spiel von Fotografie und Malerei, die gleichberechtigt auf der Leinwand zu sehen sind. Ein Architekturraum ist immer mehr als nur Beton, Glas und Holz. In Hubers Malerei reicht  der malerische Weg von abstrakten Zeichen bis zum historisch aufgeladenen Ort. Die Künstlerin begibt sich also auf Spurensuche nach der kulturellen Dimension von Bauwerken, verwebt Vergangenheit und Gegenwart, Zeitgeschichte und persönliche Erinnerung, Natur und Architektur, Chaos und Ordnung, Vergänglichkeit und Schönheit miteinander. So werden die Ruinen politischer Utopien in ihrem Verfall zu einer Erfahrung von Vergänglichkeit.   In jüngerer Zeit sind es Motive informeller Architektur: Hütten, Verschläge, Kioske. Auch Stoffe, Faltungen von Schirmen und Markisen werden zu Trägern der Malerei. Wenn die Künstlerin in ihrem jüngsten Werk den Fokus auf architektonische Details legt, ist es, als zoomte sie nicht bloß spezifische Aspekte der Architektur näher heran sondern auch die Malerei selbst. Die Zusammenstellungen aus ihrer Umgebung herausgelöster, konkreter Elemente geraten so zu abstrakten Kompositionen, in denen Farbfläche, Pinselstrich und zeichnerisches Element in Balance stehen.