Sanell Aggenbach

Südafrika

Sanell Aggenbachs Werk befasst sich hauptsächlich mit der Schnittstelle aus Geschichte und privaten Narrativen und leuchtet dazu den Vorgang der Erinnerung und Interpretation aus. Ihr Werk zeichnet sich durch eine gekonnte Virtuosität aus, sie bewegt sich mühelos zwischen den verschiedenen Disziplinen der Malerei, Grafik und Bildhauerei. Seit 2003 konzentriert Aggenbach sich vor allem auf subvertierte feminine Ausdrucksformen und feministische Themen. In ihrer neuesten Solo-Ausstellung, Bend to Her Will, stellte sie subtil und verschmitzt die Hobbykunst des Blumenarrangierens in einen neuen Kontext, indem sie sich die traditionell maskuline Kunst des japanischen Ikebana aneignete.

In ihren bildnerischen Werken arbeitet sie vor allem mit Bronze und parodiert westliche Meisterwerke wie die von Michelangelo, Henry Moore und Warhol. Dabei betrachtet sie diese ausschlaggebenden Standardwerke aus der erfrischenden Perspektive einer Frau. „Meine früheren Arbeiten setzten stark auf die Verarbeitung gefundener Bildsprache, auf das Überdenken von Assoziationen und das Schaffen neuer Fiktionen. Häufig verschmolzen in diesen Werken historische Bezüge mit privaten Narrativen und sie sind Teil eines Vorgangs der Untersuchung von Pathologien und der Dekonstruktion der Vergangenheit. Mein Kernabsicht ist es, subtile Paradoxe zu bilden, indem ich einen leisen Humor einfließen lasse, ob förmlich oder materiell.“ Die 1975 in Kapstadt geborene Aggenbach lebt und arbeitet aktuell in Woodstock, Kapstadt. Ihr erkundendes Werk brachte ihr viele Erfolge ein, so gewann sie unter anderem 2003 den Absa L’Atelier Award. Ihre Werke sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter bei Sasol, Absa, Spier, der SABC, bei Red Bull (Österreich), in der Südafrikanischen Nationalgalerie, im 21C Museum in Kentucky (USA) und bei Anglo Gold.