Olivier Masmonteil

Frankreich

Um die Landschaft gründlicher zu erkunden und die Erfahrungen von Malern auf Reisen aufzufrischen, startet er seine erste Welttournee, die er 2011 mit einer zweiten abschließen wird. 2012 kehrte er nach Frankreich zurück und wird sich mit dem Studium der Geschichte der Malerei befassen und zwar mit allen Epochen. So viel zu zeitlosen Gemälden. Anspruchsvoll und extravagant zugleich stellte er sich ein akribisch definiertes Arbeitsprotokoll vor, wie zum Beispiel das eines Dramatikers, der mit den ersten Worten seines Textes bereits das Ende kennt. So schrieb er im Laufe der Jahre und seiner Serien nach und nach die Kapitel, die in der Gegenwart und Zukunft sein Leben als Maler ausmachen. Nach zwölf Jahren des Malens von Landschaften vielerlei Horizonte, die in einem ersten Kapitel zusammengefasst sind, ist heute, am Anfang seines zweiten Kapitels, die Chance des Malens da: Das Vergnügen der Malerei.

Eine Monographie über seine Arbeit wurde im Herbst 2018 von Cercle d'Art veröffentlicht. Die Chapelle des Cordeliers in Toulouse widmete ihm sowie Marc Desgrandchamps im Februar 2019 eine Ausstellung.

Der Luxus des Gemäldes besteht darin, sich Zeit zu nehmen und der des Malers, dem Gemälde seine Zeit zu widmen. Aus diesem Grund gibt es nur Wenige, die dafür Verständnis entwickeln und bereit sind, sich der Malerei hinzugeben. Zumal man sich ihr nur dann hingeben kann, wenn sie einem tatsächlich etwas bedeutet. Die Malerei ist eine anspruchsvolle Übung, die denjenigen, die sie ausüben, Selbstlosigkeit und Glauben, Zweifel und Gewissheit sowie Begeisterung und Zurückhaltung abverlangt. In einer Zeit, die besonders empfindlich gegenüber allen Versuchungen und ungeduldig auf Innovationen und auf Unmittelbarkeit bedacht ist, kann die Entscheidung, sich der Malerei zu widmen, als mutig gelten. Das ist sie jedoch keineswegs. Es geschieht einfach ganz von selbst. Kann man in diesem Fall überhaupt von einer Entscheidung sprechen? Das kann bei Weitem nicht sicher beantwortet werden. Das Besondere an der Malerei ist, das sie sich dem Künstler als Notwendigkeit auferlegt. Sie erfordert Disziplin, Überlegung und Sorgfalt im Austausch für das, was sie einem an Raum und Zeit gibt – genauer genommen ist das eine Schatztruhe.

Olivier Masmonteil hat diese Entscheidung getroffen und er gibt zu, dass er sich eigentlich erst in seinen Lehrjahren befindet. Er erklärt, dass er in den vergangenen Jahren nacheinander alle Phasen durchlaufen hat, die die nahezu handwerkliche Besonderheit dieser Praxis untermauern, und dass es absolut notwendig ist, diese Phasen zu erleben, um diese Disziplin in ihrer ganzen Fülle auszuüben. Weiß Masmonteil nur, dass er so bis zum Ende der Straße weiter fortschreiten wird? Und dass die Zeit und der Raum des Gemäldes aus einer permanenten Metamorphose hervorgehen, wobei der Gedanke aus einer unaufhörlichen Infragestellung entsteht? Beim Betrachten, oder besser gesagt, bei der Kontemplation seiner Bilder scheint es diesbezüglich keinen Zweifel zu geben, dass er es weiß und dass ihm das zusagt.